Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel, Sprache hat auch die Funktion eines Wissensspeichers ihrer Sprecher*innengemeinschaft. Damit kann ihre strukturelle Analyse auch Informationen über die Geschichte einer Gemeinschaft preisgeben, was besonders von Bedeutung ist, wenn die Gemeinschaft wenig materielle Quellen hinterlassen hat. Eine bislang wenig erforschte Sprache wird nun im neu bewilligten Projekt „The Persistence of Archaic Features in Bazaynī-Kurdish: A Linguistic Inquiry“ dokumentiert und beschrieben. Bazaynī-Kurdisch wird in der Türkei, im Iran und im Irak gesprochen. Über Istanbul und die weiteren großen Hafenstädte des osmanischen Reiches ist die Sprache Teil der sprachlichen Vielfalt des Mittelmeerraums. Im Kontext des Projekts wird ein Dokumentationskorpus erstellt, das einerseits in eine deskriptive Grammatik münden wird. Andererseits geben im Bazaynī bewahrte archaische Strukturen Aufschluss über historische Kontakte und Migrationsrouten der Sprecher*innengemeinschaft. Auf diese Weise trägt das Projekt über das Bazaynī hinausgehend zu einem vertieften Verständnis der linguistischen Geschichte des Kurdischen bei.
- Fördergeber: FWF
- Programmschiene: Einzelprojekt
- Bewilligungssumme: 270.251,00 Euro
- Projektleitung: Dr. Agnes Grond
- Projektmitarbeiterin: Cemile Çelebi
- Geplanter Projektstart: Oktober 2025